· 

Hast Du das Zeug dazu, Deine Ziele 2019 zu erreichen?

Jahreswechsel - die Zeit der guten Vorsätze. Millionen von Menschen sind in dieser Zeit besonders motiviert, nun etwas in ihrem Leben zu verändern. Die Vorhaben „Abnehmen“ und „gesünder leben“ führen die Liste an. Statistisch betrachtet halten Neujahrsvorsätze allerdings selten länger als drei Monate. Weißt Du, worauf es ankommt, um nicht zu den "Abbrechern" zu gehören?

Warum bist du nicht schlank / fit?

 

Fiese Frage, ich weiß. Sie ist allerdings nicht böse gemeint, sondern einfach nur elementar wichtig.

 

Warum schaffen es nicht alle Menschen, überflüssige Fettpolster loszuwerden oder ihr Fitness-Ziel zu erreichen? Eigentlich muss man es doch nur stark genug wollen. Einfach durchziehen. Das machen, was man sich vorgenommen hat. Oder?

 

Nein, denn es scheitert nicht am Wollen. Sondern an der Fähigkeit der kritischen Selbstbetrachtung.

 

Betrachten wir die typischen Fehler der Neujahrsvorsätze:

 

1. Zu viel auf einmal ändern: zu harte Regeln, zu strikte Diät, Streben nach Perfektion.

 

2. Falsche Herangehensweise: nur, weil eine Ernährungsweise oder ein Trainingssystem gerade populär ist, heißt es nicht, dass es am besten geeignet ist.

 

3. Die Psyche ignorieren: Menschen sind keine Maschinen. Wenige kennen ihre wahren Bedürfnisse, die Nachwirkungen ihrer Vergangenheit und ihre Persönlichkeit.

 

4. Das Umfeld ignorieren: das soziale als auch das berufliche Umfeld prägen uns in einem Ausmaß, das vielen gar nicht bewusst ist.

 

Wie kannst Du verhindern, dass Du überfordert bist, keine Fortschritte mehr machst oder Dir Dein Vorhaben ausreden lässt?

 

Stell' Dir mal bildlich vor, dass Du einen neuen Weg beschreiten möchtest:

 

Du kennst den Weg nicht, denn er ist neu, aber Du bist wild entschlossen, ihn bis zum Ende zu gehen. Komme was wolle. Ob lang, hart, steinig - ist Dir alles egal. Du wirst es durchziehen. Doch ob Du es schaffst, hängt nicht an der Frage, wie gut Du laufen gelernt hast und wie entschlossen Du voranschreitest, sondern an der Frage, wie gut Deine Ausrüstung ist. Weißt Du, was zu tun ist, wenn Du vom Weg abgekommen bist? Wie verhinderst Du, dass Du Dich im Kreis drehst? Bist Du vorbereitet auf Verletzungen? Wirst Du in unbekanntem Gebiet zurecht kommen, wenn Deine Vorräte aufgebraucht sind?

 

Ob wir etwas tun und wie leicht es uns fällt, hängt nicht primär von unserer Willenskraft ab, sondern von unserem Umgang mit Problemen. Und die Ursache hierfür ist in unseren Gewohnheiten und unserer Umwelt zu suchen.

Ziele vs. Systeme

„Du sollst Dir ein Ziel setzen“, sagen Coaches und Ratgeber. Aber was passiert, nachdem Du Dir vorgenommen hast, 10kg abzunehmen? Du kannst die 10kg ja nicht einfach „abwerfen“. Fettabbau ist keine "direkte" Maßnahme, sondern erfordert indirekte Maßnahmen - indem Du änderst, wie Du lebst.

 

Wie Du lebst ist die Summe Deiner Entscheidungen, mit kleinen und großen Herausforderungen im Alltag umzugehen. Daraus hast Du ein System entwickelt. Deine Systeme bestehen aus der Sammlung von Methoden, die Du Dir angeeignet hast, um Deine Probleme zu lösen. Wie gehst Du mit Frust um? Bei wem holst Du Dir emotionale Rückendeckung? Bei wem holst Du Dir fachliche Rückendeckung? Wie löst Du das Problem Langeweile oder Zeitmangel?

 

Systeme sind das Zusammenspiel aus Deiner Umwelt und Deinem Verhalten. Sie beeinflussen Seien Geist und Deinen Körper. Nur wenn alles in seiner Gesamtheit betrachtet wird, kannst Du neue Methoden zur Problemlösung entwickeln.

 

Unsere schlechten Gewohnheiten kennen wir meistens, aber deren Ursachen werden selten genauer unter die Lupe genommen. Erfolgreiche Menschen setzen sich mit ihrer Persönlichkeit auseinander und beantworten sich auch die unbequemen Fragen wie: warum tue ich eigentlich, was ich tue - und wie bringe ich mich dazu, es anders zu tun?

 

Bei einem Ziel bist Du nur erfolgreich, wenn Du es erreicht hast. Bei einem System kannst Du viele Erfolgserlebnisse verbuchen, sofern Du es tagtäglich problemlos ausführen kannst. Mach' Dir zuerst Deine persönlichen, unsichtbaren Barrieren sichtbar. Und dann entwickle ein System für Deine Zielsetzung, das in Deinen persönlichen Alltag passt und Dich wirklich weiterbringt.

Selbstverantwortung

Viele Menschen laufen griesgrämig und misstrauisch durchs Leben und wundern sich, dass ihnen selten „etwas Gutes passiert“ und anderen Menschen das Glück in den Schoß zu fallen scheint. Dabei liegt die Verantwortung für jegliche Veränderung bei jedem selbst.

 

Die Welt schuldet Dir keine einfachen Lösungen. Die Welt schuldet Dir keine Erklärungen. Es gibt nur Dich und die Leidenschaft, mit der Du Deine Vorhaben verfolgst.

 

Wer erfolgreich ist, hat immer auch etwas dafür getan. Also beneide nicht die Anderen, sondern übernimm Verantwortung - für Dich, Dein Glück, Deine tägliche Stimmung. Es ist weder Schuld noch Aufgabe Deines Partner, Deiner Vorgesetzen, der Regierung oder Deiner Eltern. Dauerhafte Veränderung erfordert, dass Du Verantwortung für Dich und Deine Resultate übernimmst. Schritt eins ist das Eingeständnis, dass das, was Du bisher versucht hast, nicht das Richtige war. Und der Mut, etwas Neues zu wagen. Du bist nicht „schwach“, nur weil Du den richtigen Weg noch nicht gefunden hast. Die Welt ist voller guter Ratschläge und hilfreicher Strategien. Es ist Deine Aufgabe, sie auf Dich und Deine Rahmenbedingungen anzupassen.

 

Wenn Du bis hierhin einverstanden bist, dann verrate ich Dir das wichtigste Rüstzeug für Deinen Weg. Nimm' Dir doch einen Augenblick Zeit, und beantworte für Dich folgende fünf Fragen:

#1 Weißt Du wirklich, was Du willst?

Zwei Dinge treiben uns Menschen an:

 

1. das Bedürfnis, etwas haben zu wollen, das wir selbst erstrebenswert finden

 

2. ein Schmerz, den wir loswerden möchten

 

(Das weiß jeder Dienstleister, ob er nun Massagen, Fitnessgeräte oder Staubsauer verkauft). Wenn Dich etwas stört (Schmerz), suchst Du Linderung. Wenn Du ein Bedürfnis hast, suchst Du Wege und Lösungen, dieses Bedürfnis zu befriedigen.

 

Schmerz und Bedürfnis bringen uns dazu, große Investitionen zu tätigen, große Veränderungen oder Entbehrungen in Kauf zu nehmen – alles Dinge, die wir evolutionär betrachtet nicht unbedingt gerne tun.

 

Sämtliche Anstrengungen sollen zur Schmerzlinderung oder zur Bedürfnisbefriedigung beitragen. Doch die Voraussetzung, damit Du wirklich Zufriedenheit erlangst oder glücklich wirst ist, dass Du weißt, was Du WIRKLICH willst. Das klingt banal und logisch, ist aber nicht zu unterschätzen. Nicht wenige Menschen unternehmen Anstrengungen, die an ihren eigentlichen Wünschen und Bedürfnissen total vorbeischießen.

 

Die Medizin weiß: “Die Opfer schreien, nicht die Täter.“ Das bedeutet, dass Symptome meist nicht an ihrer Ursache auftreten.

 

Du denkst, Du möchtest im neuen Jahr 5 kg abnehmen? Was, wenn diese 5 kg nicht Ursache Deines Schmerzes sind, sondern nur Symptom? Vielleicht hast Du diese 5 kg nur zugenommen, weil Du in Deiner aktuellen Lebenssituation unglücklich bist und zum Frust-Essen neigst? In einer solchen Lebenssituation ist es weniger Zeit für eine Diät als vielmehr Zeit für eine intensive Auseinandersetzung mit Deinen zwischenmenschlichen Beziehungen oder der beruflichen Situation.

#2 Kennst Du Dich?

Unsere Werte und Vorlieben unterliegen einer beständigen Entwicklung, so wie auch unsere Persönlichkeit. Diese Tatsache unterstreicht, dass man im Leben niemals „angekommen“ ist. Man kann sich Ziele setzen, Etappen abstecken, Zwischenziele erreichen und vielleicht sogar das große Ziel anvisieren. Wahrscheinlicher ist es aber, dass man auf dem Weg irgendwo abzweigt – nicht, weil man das Ziel aus den Augen verloren hat, sondern schlichtweg, weil man neue Erkenntnisse gewonnen oder neue Prioritäten gesetzt hat.

 

Frage: wie sehr hast Du Dich in der Vergangenheit verändert?

 

Versuche, Dir mal vorzustellen, wer Du vor 10 bzw. 20 Jahren warst. Was waren Deine Werte, Deine Vorlieben, Dein Charakter, Dein Temperament? Stell Dein heutiges Ich daneben und beziffere diese Veränderung mit einem Wert zwischen 0 (keine Veränderung) bis 10 (totale Veränderung; ich bin ein komplett neuer Mensch geworden).

 

Anschlussfrage: wie stark, glaubst Du, wirst Du Dich über die nächsten 10 bis 20 Jahre verändern?

 

Die meisten Menschen lassen zurückblickend eine gewisse Veränderung ihrer Persönlichkeit erkennen, glauben aber nicht, dass sie sich in Zukunft im gleichen Ausmaß verändern werden[1].

 

Dabei klingt es nur plausibel, dass Persönlichkeitsentwicklung nicht genau heute, wo wir so darüber nachdenken, zum Stillstand kommen wird. Die Wissenschaft zeigt: Menschen verändern sich in Zukunft genauso stark wie in der Vergangenheit. Der Harvard-Psychologe Daniel Gilbert nennt dies die „End of History Illusion“. Es ist unklar, in welche Richtung das geht, aber klar ist, dass wir in Zukunft eine andere Persönlichkeit mit anderen Werten sein werden.

 

Gilbert hat die Veränderung von Vorlieben gemessen. Er stellte Leuten diese beiden Fragen:

 

a) Welche war Ihre Lieblingsband vor 10 Jahre und wieviel würden Sie heute für ein Konzert-Ticket bezahlen?

 

b) Welches ist heute Ihre Lieblingsband und wie viel würden Sie in 10 Jahren für ein Konzertticket dieser Band bezahlen?

 

Wie lautet Deine Antwort?

 

Die Differenz bei der Untersuchung war erstaunlich hoch: die meisten Leute sind bereit, im Durchschnitt 61% mehr zu bezahlen, um die heutige Lieblingsband in 10 Jahren zu sehen, als die damalige Lieblingsband heute. Macht das Sinn? Nein. Es ist der Beweis für die Instabilität unserer Vorlieben und Werte[2].

Nur, wenn Du weißt, wer Du bist und was Dir wichtig ist, kannst Du Dir beantworten, was sich verändern muss, damit Du zufrieden bist. Denn entscheidend ist nur diese eine Frage:

 

Wie sieht der Weg aus, sodass Du ihn bis zum Schluss gehen kannst?

 

Bist Du der „Ganz- oder garnicht“ – Typ oder brauchst Du flexible Ansätze? Helfen Dir radikale Umstellungen, um dran zu bleiben, oder fühlst Du dich bereits beim Gedanken an strikte Ge- und Verbote gestresst? (Für viele  Menschen werden Dinge dann erst recht interessant, wenn sie sie sich bewusst verbieten).

 

 

#3 Ist dein Unterbewusstsein auf Deiner Seite?

Hast Du schon mal das genaue Gegenteil von dem getan, was Du eigentlich wolltest? Und Dich danach gefragt: “Warum habe ich das gemacht, zum Teufel?”

 

Warum inhalierst Du die ganze Tafel Schokolade, wenn Du eigentlich schlanker und gesünder werden willst?

Warum lässt Du mehrere Workouts ausfallen, wenn Du stärker und muskulöser werden willst? Warum bist Du auf dem Sofa versackt, obwohl Bewegung an der frischen Luft Deiner Stimmung viel zuträglicher ist?

 

Eigentlich kannst Du doch frei entscheiden, was Du tust. Warum entscheidest Du immer wieder spontan anders, als Du ursprünglich wolltest?

 

Du denkst schneller, als Du denkst.

 

Wusstest Du, dass 99 % aller Vorgänge des Gehirns unbewusst ablaufen?

 

Das, was wir bewusst steuern, ist tatsächlich nur die Spitze des Eisbergs. Und diese Gedanken sind keine Tatsachen, sondern lediglich Ideen, die wir aufgrund unserer Erfahrungen über uns und die Welt entwickelt haben, die aber nicht unbedingt wahr sind (deshalb heißen sie nicht Fakten, sondern Glaubenssätze).

 

Glaubenssätze sind nicht verkehrt und jeder hat welche. Wir müssen uns aber darüber im Klaren sein, wie mächtig Glaubenssätze sind. Sie können uns Rückenwind verleihen oder uns im Weg stehen. In jedem Falle sollten wir sie kennen, denn sie steuern unser Handeln. Neuronen im Gehirn reagieren in Millisekunden auf visuelle Reize, noch bevor unser Bewusstsein und unsere Willenskraft überhaupt mitbekommen, was gerade geschieht.

 

Unser Gehirn leitet den größten Teil unserer Handlungen ein, bevor wir uns dessen bewusst sind und eingreifen können. Manche Gedanken nehmen wir zwar bewusst wahr, zum Beispiel: "Ich gehe jetzt zum Training." Und dann gehst Du trainieren. Oder: "Mmmmh, Schokolade!", bevor Du zugreifst. Doch was diese Gedanken auslöst, entzieht sich unserem bewussten Denken. Es entspringt dem Unterbewusstsein.

 

In Deinem Unterbewusstsein hast Du eine Vorstellung über Deine Identität abgespeichert. Dein Unterbewusstsein handelt entsprechend dieser Identität für Dich. Alle Gedanken, die Du regelmäßig denkst, werden automatisiert und bestimmen dadurch Verhaltensweisen, die Du regelmäßig ausübst.

 

Was Du wiederholt über Dich denkst, wird Teil Deiner Identität.

Wenn Du nun anders handeln willst als bislang, widerspricht das der gespeicherten Identität und den üblichen Gedankenabläufen in Deinem Unterbewusstsein. Diese neuen Gedanken und die neunen Verhaltensmuster passen nicht und können unbewusst boykottiert werden.

 

Deswegen bleiben Menschen, die über sich denken, sie wären unsportlich, so lange unsportlich, wie sie an dieser Idee festhalten.

 

Es mangelt ihnen nicht an Ideen oder Möglichkeiten, sich sportlich zu betätigen. Es fehlt der innere Antrieb, weil noch keine Identifizierung mit dem neuen, angestrebten "Ich" statt gefunden hat. Das bedeutet nicht, dass Veränderung unmöglich ist. Es bedeutet, dass Du mindestens genauso lange üben darfst, Dein neues "Ich" zu sein, wie Du geübt hast, Dein altes "Ich" zu werden.

 

Nochmal: Mach Deine unsichtbaren Barrieren (Denkmuster) sichtbar! Erkennst Du Dich bei einer der folgenden Aussagen wieder?

 

·       Ich kann nicht leben ohne Schokolade.

·       Ich bin kein Koch.

·       Ich kann mich beim Essen einfach nicht kontrollieren.

·       Dicksein liegt in meinen Genen.

 

Das sind weitere, beliebte Glaubenssätze. Und keine davon stimmt. Keine von den oben genannten Aussagen würde auf irgendwen auf der ganzen Welt zutreffen. Niemand stirbt ohne Schokolade. Niemand, der sein Essen selbst zubereitet, braucht dafür eine Ausbildung zum Koch und die Wenigsten, die regelmäßig selbst kochen, haben eine. Jeder Mensch kann sich diszipliniert verhalten, wenn eine Sache wichtig genug ist. Und niemand ist genetisch dazu verdammt, dick zu sein.

 

Wir erzählen uns selbst kontinuierlich Geschichten, wer wir sind und wer wir sein können. Diese tiefsitzenden Überzeugungen wirken wie eine Sperre. Du fängst gar nicht erst an oder tust etwas nur halbherzig, weil Du absolut überzeugt bist, dass Du es eh nicht kannst. Du hast Dich mit Deinem Glaubenssatz identifizieren und er ist zu Deiner Identität geworden: Du „bist halt so“.

 

Aber was, wenn Du anders sein könntest?

 

Setz’ Dich nicht unter Druck, aber bleib neugierig. Erst, wenn Du es schaffst, Dein Selbstkonzept zu ändern, sind Deine Vorsätze auch von Dauer. Lass Deine Überzeugungen für Dich arbeiten, nicht gegen Dich. Ein Sportler macht Sport. Wer gesund und in richtigen Mengen isst, isst gesund und maßvoll. Dafür musst Du Dich als Person nicht verändern, sondern nur Deine innere Stimme überzeugen.

 

FUN FACT: Die Wissenschaft zeigt, dass sich Menschen, die sich für besonders willensstark halten, einfach weniger Versuchungen aussetzen. Smart, oder?

 

Du bist, was Du tust. Und Du tust, was Du denkst. Also denk' anders und werde immun gegen den Ausrederits-Infekt, den „Ich-kann-nichts-dafür“-Virus und die „Ich-bin-ein-Sonderfall“- Krankheit.    

#4 Bist du resistent gegen Schlagzeilen?

Vergiss alarmierende Studien! Entwickle eine sichere Schutzmauer gegen Meldungen á la „Kohlehydratarme Ernährung verkürzt das Leben“, „Rotes Fleisch ist die Ursache für sämtliche Krebserkrankungen weltweit“ und „Wissenschaftler entdeckt Wahrheit: Kniebeugen sind schlecht für die Knie“.

 

Dein System funktioniert? Dann lass Dich nicht von jeder Schlagzeile aus der Bahn werfen. Bleib konsequent.

 

Der Journalismus lebt von Sensationen. Die Wissenschaft ist viel behäbiger, als es die neuesten Nachrichten aussehen lassen und Studienergebnisse – gerade im Gesundheitsbereich - werden nicht selten verkürzt und dadurch falsch dargestellt. Es ist äußerst selten, dass der Mensch sich evolutionär betrachtet plötzlich und sprunghaft in eine ungeahnte Richtung entwickelt. Unsere Gene sind anpassungsfähig, unser Organismus adaptiert permanent, aber die Grundsätze, die uns Menschen am Leben halten, gesund oder unglücklich machen, ändern sich nicht von heute auf morgen.

 

Wissenschaftliche Erkenntnisse sind wichtig, schön und gut, aber behäbig. Wenn Du Dich für eine Vorgehensweise entschieden hast, bleib dabei. Sei offen für Verbesserungen, suche sinnvolle Anpassungen, aber bleibe Deinem Erfolgsrezept treu. Solange Du Dich an die Grundsätze gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung, erfüllende zwischenmenschliche Beziehungen und mentale Entspannung hälst, bist Du ziemlich sicher auf dem richtigen Weg.

#5 Unterstützt Dich Dein Umfeld?

Du bist, mit wem oder was Du viel Zeit verbringst. Wir Menschen neigen dazu, uns den Worten, Verhaltensweisen und Gewohnheiten unserer Mitmenschen anzupassen. Gerade das soziale Umfeld verändert Deine Gedanken, Einstellungen und Glaubenssätze unbemerkt und stetig. 

 

Es heißt, man sei charakteristisch betrachtet der Durchschnitt der fünf Menschen, mit denen man sich regelmäßig umgibt[3]

 

Meist merken wir gar nicht, wie sehr uns Freunde, Familie und Kollegen beeinflussen. Die Veränderung passiert schleichend. Wer sind die Menschen, mit denen Du den Tag verbringst? Passen ihre Einstellung und ihr Lebensstil zu dem, was Du künftig sein möchtest? Können sie Dich motivieren, begeistern, mental unterstützen oder sogar aktiv begleiten? Oder gehören sie zu den Zweiflern, den Ängstlichen, den Kritikern, den Pessimisten, die Dich eher davon abhalten, richtig durchzustarten? Sogenannte Energievampire findest Du in allen Lebensbereichen.

 

Umgib Dich lange genug mit Energievampiren und Dein Fortschritt bleibt aus – meist ohne dass es Dir überhaupt bewusst ist. Aber wenn Du Dich mit den richtigen Menschen umgibst, ist es, als stünde Dir eine kleine Armee von Coaches zur Seite, die nichts Anderes im Sinn haben, als Dich zum Erfolg zu tragen.

Ich möchte niemanden dazu auffordern, sein sozialen Umfeld „auszusortieren“. Freundschaften sind wichtig, wenn nicht sogar heilig. Wer weiß, was Du mit Deinen Buddys schon alles durchgemacht hast?

 

Nein, es geht mir nur um einen bewussten Umgang mit Menschen, die Treibsand für Deine Fortschritte sind. Wie sehr Du Dich dem Einfluss von Energievampiren aussetzt, ist ein essentielles Element Deiner Strategie.

 

Begrenze die negativen Einflüsse, indem Du ihnen so wenig wie möglich Deiner kostbare Zeit widmest. Wer sich jede erstickende Kritik zu Herzen nimmt oder aufgibt, wenn er einem Zweifler begegnet, braucht eigentlich gar nicht erst anzufangen.

 

Entwickle ein mentales Schutzschild gegen Energievampire oder hol’ Deinen Freundeskreis mit ins Boot. Erhöhe gleichzeitig die positiven Einflüsse, indem Du Dir Unterstützer holst - online oder offline. Ob es Dir passt oder nicht - Dein Umfeld bestimmt über Deinen Fortschritt. 

 

Fazit

Neujahrsvorsätze sind kurzweilig und selten erfolgreich. Das liegt nicht an zu hoch oder zu tief gesteckten Zielen, sondern am Fokus. Die meisten Menschen haben einen starken Willen für ihr Vorhaben, aber verändern nichts in ihrem Denken und Handeln. Sie reagieren immer gleich auf ähnlich Situationen, d.h auf einen Input im System folgt bei gleichen Umständen eine sehr ähnliche Reaktion. Der starre Blick auf das Ziel hilft nicht, den Weg zu überstehen. Was es braucht ist ein gründlicher und kritischer Blick auf das eigene Repertoire an Verhaltensweisen.

 

Fokussiere Dich mehr auf den Prozess, der notwendig ist, und ein System, das für Dich funktioniert - und weniger auf das Ergebnis, das Du erreichen möchtest.

 

Nur wenige Menschen haben das Zeug dazu, sich ihren Umgang mit Problemen bewusst zu machen - und scheitern deshalb daran, ein neues System zu finden. Die Voraussetzungen für wahre Veränderung in Deinem System sind:

 

#1 Du kennst Deinen Antrieb. Du weißt genau, wo Dein Schmerz oder Dein Bedürfnis liegt und die Maßnahmen schießen nicht am Ziel vorbei. Sonst wird  Dich das, was Du Dir vorgenommen hast, nicht glücklich machen.

 

#2 Du kennst Dich. Nicht jede Methode passt zu jedem Menschen. Wenn Du einfach stur fremden Programmen folgst, weil sie momentan populär sind oder sich effektiv anhören, kannst Du Dein System nicht in Deinem Sinne verändern.

 

#3 Dein Unterbewusstsein ist auf Deiner Seite. Das bedeutet, dass Du Dich mit Deiner Zielsetzung identifizieren können musst. Kannst Du Dich als den neuen Menschen in der neuen Situation wirklich sehen, die Du anstrebst? Glaubst Du daran, dass Du fähig bist, Lösungen für Herausforderungen zu finden? Oder erwartest Du schon im Vornherein von Dir, dass Du scheitern wirst? Dein unterbewusstes Denkmuster entscheidet über Erfolg und Niederlage.

 

#4 Du kannst konsequent bleiben. Wenn Dein System für Dich funktioniert, dann bleib dabei. Unsere Welt ist schnelllebig, eine Studie jagt die nächste. Doch wenige "Neuigkeiten" aus dem Gesundheitsbereich haben auch nur ansatzweise die Relevanz, die sie uns glauben machen wollen.

 

#5 Dein Umfeld unterstützt Dich. Du bist, mit wem Du viel Zeit verbringst. Die richtigen Menschen geben Dir Rückenwind, während Du Deinen Körper veränderst.

 

Es ist ganz einfach: alles, was Dir bewusst ist, kannst Du ändern. Denk daran, wie sehr Du Dich über die Jahre bereits verändert hast. Und glaube daran, dass Du es auch weiterhin tun kannst.  

 

 

©Ayeshe Nawal Hercules I Personal Trainerin & Ernährungscoach Darmstadt

Quellen


[1]Dobelli, R. (2017)3: Die Kunst des guten Lebens. 52 überraschende Wege zum Glück, S. 118. München.

[2] Ebd.: S. 119

[3] Jim Rohn, US-amerikanische Redner und Motivationstrainer 

 


Bildquellen im Artikel "Hast Du das Zeug, Deine Ziele zu erreiche?":  Ananas mit Partyhut: pineapple-supply-co-285389@unsplash, Körpertransformation: 63066428_m@123rf, Frau mit mehreren Gesichtern: 28218465_m@123rf, Kind im Ballerinakostüm: Diana Feil-226014@unsplah, Mensch erklimmt Berg: Rawpixel-com-267063@unsplash, Frau mit Kettlebell: 42096737_m@123rf,  Frau hält sich die Ohren zu: 320994275@shutterstock, Junge Menschen im Kreis: 41940771_m@123rff