· 

Diese Denkfehler verhindern, dass Du erfolgreich Gewicht verlierst

Vorsätze - nur ein anderes Wort für "unerfüllter Wunsch"? Millionen von Menschen nehmen sich vor, Gewicht zu verlieren und gesünder zu leben. Statistisch betrachtet halten solche Vorsätze allerdings selten länger als drei Monate und die wenigsten Menschen erreichen ihre Traumfigur. Weißt Du, worauf es ankommt, um nicht zu den "Abbrechern" zu gehören?

Warum hast Du noch nicht Deine Traumfigur? Warte, bevor Du den Artikel beleidigt wieder schließt - das ist eine elementar wichtige Frage, um intelligente Vorsätze zu formulieren.

 

Warum schaffen es nicht alle Menschen, überflüssige Fettpolster loszuwerden oder ihr Fitness-Ziel zu erreichen? Eigentlich muss man es doch nur stark genug wollen. Einfach durchziehen. Das machen, was man sich vorgenommen hat. Oder?

 

Nein. Denn es scheitert nicht am Wollen. Sondern an der Art zu Denken. Die Fragen, die Du Dir stellen darfst, lauten:

 

Wie kannst Du verhindern, dass Du bei Deinem Vorhaben überfordert bist, keine Fortschritte mehr machst oder aufgibst?

 

Typische Fehler

Betrachten wir die typischen Fehler von Vorsätzen, die mit Abnehmen und Gesundheit zu tun haben:

 

1. Fokus auf Ziele anstatt auf Systeme

 

2. Keine Selbstverantwortung

 

3. Ignorieren der eigenen Persönlichkeit (wir Menschen sind keine Maschinen - es gibt deshalb keine Strategie, die für alle funktioniert)

 

4. Das soziale Umfeld ignorieren (die Menschen um uns herum prägen uns mehr, als wir uns vorstellen können. Wissenschaftlich erwiesen!)

 

 

Stell' Dir mal bildlich vor, dass Du einen neuen Weg beschreiten möchtest:

 

Du kennst die Strecke nicht, weit nicht, welches Gelände Dir begegnen wird und die lange Du unterwegs sein wird, aber Du bist wild entschlossen, ihn bis zum Ende zu gehen. Komme was wolle. Ob lang, hart, steinig - ist Dir alles egal. Du wirst es durchziehen.

 

Doch ob Du es schaffst oder nicht, hängt überhaupt nicht davon ab, wie gut Du laufen gelernt hast und wie entschlossen Du bist. Sondern allein von der Vorbereitung, der Ausrüstung und Deiner Fähigkeit, mit unvorhergesehenen Schwierigkeiten umzugehen.

 

Ob wir erfolgreich sind und wie leicht uns etwas fällt, hängt nicht primär von unserer Willenskraft ab, sondern von unserem Umgang mit Problemen. Und die Ursache hierfür ist in unseren Gewohnheiten und unserer Umwelt zu suchen.

#1 Ziele vs. Systeme

„Du sollst Dir ein Ziel setzen“, sagen Coaches und Ratgeber. Aber was passiert, nachdem Du Dir Dein Ziel geklärt hast, z.B. 10kg abnehmen? Du kannst die 10kg ja nicht einfach „abwerfen“.

 

Fettabbau ist keine direkte Maßnahme wie Zähneputzen, sondern ist eine Folge von Verhaltensänderungen.

 

Fokussierst Du dich auf ein Ziel, bist Du nur erfolgreich, wenn Du es erreicht hast. Baust Du Dir ein System, das Dich ans Ziel bringt, bist Du jeden Tag erfolgreich, an dem Du Dein System umsetzen kannst.

 

Mit System ist Dein Lebensstil gemeint. Es ist die Summe Deiner Entscheidungen, mit kleinen und großen Herausforderungen im Alltag umzugehen. Die Sammlung von Methoden, die Du Dir angeeignet hast, um Deine Probleme zu lösen. Diese Sammlung kannst Du ändern, wenn Du Dir folgende Fragen stellst:

 

Warum tue ich eigentlich, was ich tue - und wie bringe ich mich dazu, es anders zu tun?

 

Systeme sind das Zusammenspiel aus Deiner Umwelt und Deinem Verhalten. Nur wenn alles in seiner Gesamtheit betrachtet wird, kannst Du Deine Probleme nachhaltig lösen.

#2 Selbstverantwortung

Gehörst Du zu der Sorte unzufriedener Menschen, denen selten „etwas Gutes passiert“ und die sich wundern, dass Anderen das Glück in den Schoß zu fallen scheint? Shocking news: es fällt ihnen nicht in den Schoß. Wer erfolgreich mit irgendetwas ist, hat immer auch etwas dafür getan. 

 

Die Verantwortung für jegliche Veränderung liegt bei Dir selbst.

 

Die Welt schuldet Dir keine einfachen Lösungen. Die Welt schuldet Dir auch keine Erklärungen. Es gibt nur Dich und die Leidenschaft, mit der Du Dein Vorhaben verfolgst. Oder Deine Ausreden.

 

Beneide nicht die Anderen, sondern übernimm Verantwortung - für Dich, Dein Glück, Deine tägliche Stimmung. Es ist weder Schuld oder Aufgabe Deines Partner, Deiner Vorgesetzen, der Regierung oder Deiner Eltern. Dauerhafte Veränderung erfordert, dass Du Verantwortung für Dich und Deine Handlungen übernimmst.

 

Am Anfang steht die Erkenntnis, dass das, was Du bisher versucht hast, Dich nicht ans Ziel gebracht hat. Darauf folgt der Mut, etwas Neues zu wagen.

 

#3 Kennst Du Dich?

Es ist nicht schlimm, wenn Du den richtigen Weg für Dich noch nicht gefunden hast. Doch es ist Deine Aufgabe, ihn zu finden.

 

Nur, wenn Du weißt, wer Du bist und wie Du tickst, kannst Du Dir beantworten, mit welchen Methoden und Systemen Du erfolgreich und konsequent dran bleiben wirst.

 

Wie sollte der Weg aussehen, sodass Du ihn bis zum Schluss gehen kannst?

 

Bist Du der „Ganz- oder garnicht“ – Typ oder brauchst Du flexible Ansätze? Helfen Dir klare Vorgaben oder fühlst Du dich bereits beim Gedanken an strikte Regeln gestresst?

 

Du kennst Dich doch selbst am besten. Sei ehrlich zu Dir und such' dir Methoden bzw. baue Dir Systeme, Die Du auch umsetzen kannst. Ja, es ist mehr Arbeit, Trainings- und Ernährungspläne oder Meditationsroutinen dem eigenen Alltag anzupassen. Aber nur so funktioniert es dauerhaft.

#4 Dein soziales Umfeld

Du bist, mit wem oder was Du viel Zeit verbringst. Wir Menschen neigen dazu, uns den Worten, Verhaltensweisen und Gewohnheiten unserer Mitmenschen anzupassen. Deine Freunde, Deine Familie, Deine Kollegen und sogar Dein Trainingspartner verändert Deine Gedanken, Einstellungen und Glaubenssätze unbemerkt und stetig. 

 

Es heißt, man sei charakteristisch betrachtet der Durchschnitt der fünf Menschen, mit denen man sich regelmäßig umgibt[3]

 

Das Schlüsselwort hier sind Spiegelneuronen in unserem Gehirn. Ihr evolutionärer Zweck ist es, dass wir sozial dazu in der Lage sind, die Emotionen anderer Menschen nachzuvollziehen und uns dadurch in einer Gruppe einfügen können. Alleine leben müssen bedeutet nämlich evolutionär für ein Exemplar der Spezies Mensch den Tod. Gruppenzugehörigkeit ist uns deshalb wichtig. Und ob es und gefällt oder nicht, unser Gehirn scannt und "spiegelt" unsere Umgebung und wir passen uns an, ohne es bewusst wahrzunehmen. Diese Veränderung passiert schleichend. Aber sie passiert nachweislich.

 

 

Wer sind die Menschen, mit denen Du den Tag verbringst? Passen ihre Einstellung und ihr Lebensstil zu dem, was Du verkörpern möchtest? Können sie Dich motivieren, begeistern, mental unterstützen oder sogar aktiv begleiten?

 

Oder gehören sie zu den Zweiflern, den Ängstlichen, den Kritikern, den Pessimisten, die Dich eher davon abhalten, mit Deinen Ideen richtig durchzustarten? Diese Sorte Mensch meint es nicht unbedingt böse, wenn sie Dich kritisiert oder von Deinem Vorhaben abbringen will. Oft wird die Negativität als Hilfestellung kaschiert und erklärt, man wolle Dich "beschützen" bzw. vor Misserfolgen bewahren. Sogenannte "Energievampire" findest Du in fast allen Lebensbereichen. Nimm es ihnen nicht übel. Aber schenke ihnen nicht allzu viel Deiner wertvollen Zeit.

 

Umgib' Dich lange genug mit Energievampiren und Dein Fortschritt bleibt aus – meist ohne dass es Dir überhaupt bewusst ist.

 

Aber wenn Du Dich mit den richtigen Menschen umgibst, ist es, als stünde Dir eine kleine Armee von Coaches zur Seite, die nichts Anderes im Sinn haben, als Dich zum Erfolg zu tragen.

Fazit

Die meisten Menschen schaffen es nicht, ihre Figurziele zu erreichen, weil sie sich nicht auf den Weg vorbereiten. Wenn Du die folgenden Punkte beachtest,  erhöhst Du Deine Erfolgsaussichten dramatisch: 

 

1. Fokussiere Dich nicht auf das Ziel, sondern baue Dir ein System. Dein System ist Dein Verhaltensrepertoire, Dein tägliches Denken und Handeln. Ein funktionierendes System besteht aus Verhaltensweisen, Dir es Dir leicht machen, täglich dran zu bleiben. Dann wirst Du Tag für Tag Erfolgserlebnisse bei der Umsetzung haben.

 

2. Übernimm' Verantwortungfür Dein Handeln. Dein unmotivierter Partner, das unpassende Wetter, der Berg an Arbeit oder die Preise für Fitnessstudios und Personal Trainer sind nicht Dein Problem, sondern Ausreden. Du hast es selbst in der Hand, Deine Ziele zu erreichen. Finde Lösungen, keine Ausreden. Es ist nicht schlimm, wenn Du den richtigen Weg für Dich noch nicht gefunden hast. Doch es ist Deine Aufgabe, ihn zu suchen.

 

3. Sich der eigenen Persönlichkeit bewusst sein, ist wichtig! Berücksichtige Deine Macken, Kanten und Trigger bei der Wahl Deiner Strategie. Mach' Dir bewusst ist, wie Dein Weg aussehen sollte, damit Du wirklich dran bleibst. Nicht jede Strategie ist für jeden geeignet.

 

4. Wir sind, mit wem wir die meiste Zeit verbringen. Unterstützt Dich Dein Umfeld? Glaubt es an Dich und will es Dich glücklich und erfolgreich sehen, oder zweifelt es, hält Dich auf und zieht Dich runter? Die richtigen Menschen geben Dir Rückenwind. Verbringe weniger Zeit mit den Zweiflern und Nörglern.

 

 

 

©Ayeshe Nawal Hercules I Personal Training & Ernährungsberatung Darmstadt

Textquellen und Fußnoten


[1]Dobelli, R. (2017)3: Die Kunst des guten Lebens. 52 überraschende Wege zum Glück, S. 118. München.

[2] Ebd.: S. 119

[3] Jim Rohn, US-amerikanische Redner und Motivationstrainer 

 


Bildquellen im Artikel "Hast Du das Zeug, Deine Ziele zu erreiche?":  Ananas mit Partyhut: pineapple-supply-co-285389@unsplash, Körpertransformation: 63066428_m@123rf, Frau mit mehreren Gesichtern: 28218465_m@123rf, Kind im Ballerinakostüm: Diana Feil-226014@unsplah, Mensch erklimmt Berg: Rawpixel-com-267063@unsplash, Frau mit Kettlebell: 42096737_m@123rf,  Frau hält sich die Ohren zu: 320994275@shutterstock, Junge Menschen im Kreis: 41940771_m@123rff