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Setzt Du den richtigen Fokus?

Wenn es um erfolgreich umgesetzte Vorhaben geht, unetrscheidet sich die Spreu vom Weizen. Was macht Menschen erfolgreich? Warum brechen so viele ab? Ist Erfolg Typ-Frage? Viel einfacher: es gibt einen Unterschied zwischen Wünschen, Vorsätzen und Zielen. Worauf sollte man sich fokussieren, um aus einem Wunsch ein Ziel zu machen? Was muss passieren, damit sich wirklich etwas verändert?


Machen wir uns nichts vor: Neujahrsvorsätze sind für die Tonne. Die Statistik und die Realität zeigen uns doch jedes Jahr, dass gute Vorsätze lediglich vage Ideen einer alternativen Lebensweise bleiben. Wenn wir uns in genau einem Jahr von heute wiedersehen, dann hat mehr als die Hälfte von uns exakt den gleichen Körperbau, den gleichen frustrierenden Job oder die gleichen schlechten Gewohnheiten, die wir eigentlich schon längst hinter uns gelassen haben wollten

 

Ich habe das Gefühl, Neujahrsvorsätze sind eine allgemein akzeptierte Formel für „Warten auf den richtigen Zeitpunkt“ und „Aufgeben statt Lösungen finden“ geworden. Ich glaube sogar, dass Neujahrsvorsätze von vornherein allein deshalb zum Scheitern verurteilt sind, weil sie Neujahrsvorsätze sind. Sie stehen für „Bemühungen“.

 

 „Er / sie hatte sich stets bemüht“ ist nicht umsonst die schlechteste Bewertung, seit es Arbeitszeugnisse gibt.

 

Lasst uns doch kurz auf die Formulierung eingehen: wie oft beginnen Vorsätze mit „ich würde gern“ oder „ich sollte mal“. Das klingt mehr nach einem Wunsch oder den Erwartungen anderer. Was ist das Geheimnis intrinsischer, richtiger Motivation? 

#1 Fokus auf Handlungen statt Ergebnisse

Nur wenige wissen, wie man den richtigen Fokus setzt, damit es nicht beim Wünschen bleibt. Nimm Dir bitte zwei Minuten Zeit, um über folgende Frage nachzudenken: Was bringt Dich denn tatsächlich ans Ziel?

 

Es sind kleinen Schritte auf dem Weg dorthin. Die Veränderungen, die Du vornimmst, um Dein Ziel zu erreichen. Dein Ziel ist es doch nicht, schlank, beliebt oder erfolgreich zu sein. Dein Ziel ist es, der Mensch zu werden, der schlank, beliebt oder erfolgreich ist. Um es in Worten von Tony Robbins zu sagen:

 

„Wenn du tust, was du immer getan hast, dann wirst du bekommen, was du immer bekommen hast.“

 

Was muss sich denn verändern, damit Du Körperfett verlierst? Du selbst. Du darfst andere Entscheidungen treffen, was Deine Ernährung angeht. 

 

Was muss sich denn verändern, damit Du beliebt wirst? Du selbst. Du darfst ein zuverlässiger, authentischer und freundlicher Mensch werden. 

 

Was muss sich denn verändern, damit Du erfolgreich wirst? Du selbst. Du darfst Dich intensiver und ausgiebiger mit Lösungen beschäftigen, als nur Probleme zu wälzen.

 

Ein niedriger Körperfettanteil, tiefe Freundschaften und beruflicher Erfolg sind doch die Nebenwirkungen Deines TUNS. 

Aufgeber fokussieren sich auf das Ergebnis: die Zahl auf der Waage, den Körperfettanteil, die Energie und Kraft an einem bestimmten Tag, den Kontostand. Gewinner fokussieren sich auf das, was sie direkt kontrollieren können: nämlich die Umsetzung bzw. alle Handlungen. Dreimal wöchentlich zum Training gehen. Täglich viel Gemüse essen. Gut und tief schlafen. Nach einem Ausrutscher nicht das Handtuch werfen, sondern direkt und konsequent wieder in die bewusste Routine einsteigen. 

 

Du wirst es Dir viel leichter machen, wenn Du Dich an Deinen Taten misst und nicht an Deinen Ergebnissen.

 

Ergebnisse zu messen hilft, um abzuschätzen, ob es in die richtige Richtung geht. Sie sind jedoch nicht das, was zählt. Kleine Anpassungen im Alltag sind die Dinge, die in einem Jahr große Veränderungen bringen.

#2 „So, wie Du eine Sache tust, so tust Du alles”

Halbherzig oder gründlich? Leidenschaftlich oder mittelmäßig? Sorgfältig oder oberflächlich? Verausgabend oder strukturiert?

 

So, wie einzelne Dinge in unserem Leben angehen, so gehen wir alle Dinge im Leben an. Das klingt zunächst seltsam, ist aber wahr.

 

Es ist eine Lebenseinstellung, ob man im Leben hastig, ruhig, durchdacht, übereilt, konsequent oder penibel vorgeht. Unsere Projekte, unseren Job unsere Freundschaften, unsere Liebesbeziehungen. Nicht alles hat die gleiche Priorität und bekommt die gleiche Energie oder Aufmerksamkeit.

 

Doch unser Umgang damit ist immer der gleiche. 

 

#3 Der richtige Zeitpunkt ist immer jetzt

Ich sage es immer wieder: die Suche nach der perfekten Ernährung, dem perfekten Ernährungsplan, dem passenden Zeitpunkt lähmt. Es endet in dem "Wenn X dann Y"-Gedankenkarussell:

 

"Wenn ich weniger Stress auf der Arbeit habe / Wenn das Wetter besser wird / Wenn erst die Kinder aus dem Haus sind, dann beginne ich mit ..."

 

Den Moment, zu dem die perfekten Umstände herrschen, um eine bestimmte Diät oder ein gewisses Trainingssystem durchzuführen, wird es nicht geben. Irgendwas ist immer. Passe die Ernährung oder den Trainingsplan jetzt Deinen Möglichkeiten an. Das Warten auf den richtigen Moment ist nur eine weitere Ausrede: 

 

„Tue was du kannst, wo du bist, mit dem was du hast.“ (Theodore Roosevelt)

 

Hoffe nicht auf einen Lottogewinn, beneide nicht Heidi Klum um ihren privaten Koch oder erwarte von Deinem Partner, dass er Dir als Trainings-Motivation zur Seite steht. Der richtige Zeitpunkt ist immer jetzt. Mehr als Dich selbst brauchst Du nicht. Was kannst Du heute verändern, damit Du Deinem Ziel morgen schon einen Schritt näher bist?

 

Übernimm’ Verantwortung und such’ nach Möglichkeiten, die es in Deinem Leben zum jetzigen Zeitpunkt gibt. Ich spreche nicht von neuen Optionen, die früher nicht funktioniert haben. Sondern von Lösungen in Deinem Alltag, die jetzt möglich sind.

 

Das was in Deinem Leben ist, ist Deine Sache. Was Du tust, tust Du für Dich. Was Du nicht tust, tust Du nicht für Dich, also, Du enthältst es Dir vor.

 

Die klare Entscheidung, endlich Verantwortung für Deine Gedanken, Taten und Handlungen zu übernehmen, kann alles verändern. Deinen Filter und Deinen Fokus. Deine Aufmerksamkeit. Bringst du erst Deine Gedanken, Gefühle und Ziele auf Kurs, gehst Du in Resonanz mit Informationen, Situationen und Menschen, die Dich in Deinem Vorhaben unterstützen.

Fazit

Gute Vorsätze sind beinahe ein Synonym für „gut gemeinte Bemühungen“ geworden. Sie werden häufig als Wunsch formuliert, mit dem wir die Komfort-Zone erst gar nicht verlassen müssen, in der wir uns so gerne aufhalten. 

 

1. Sie erfordert den Fokus auf Handlungen anstatt auf Ergebnisse zu legen. Es ist nicht das Ziel, das erfolgreich macht. Sondern es sind die Veränderungen  die zum Ziel führen. Messbarer Fortschritt zeigt, ob wir auf Kurs sind. Doch die Kleinen Veränderungen im Alltag und im Verhalten sind die Dinge, die am ende des Jahres den Unterschied ausmachen.

 

2. Sie erfordert, einen ehrlichen Blick darauf zu werfen, wie wir die Dinge im Leben angehen. So wie wir einzelne Dinge im Leben tun, so tun wir alles. Leidenschaft und Langeweile, Detailverliebtheit oder Oberflächlichkeit, Perfektion oder Strukturiertheit sind Lebenseinstellungen.

 

3. Sie erfordert, sich von der Idee des richtigen Zeitpunkts zu lösen. Echte Veränderung ist immer und jederzeit möglich. Der richtige Zeitpunkt ist immer jetzt. In jeder Lebenssituation ist es möglich, Lösungen zu finden anstatt Ausreden.

 

Der Entschluss, anders zu handeln, dafür volle Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen nur noch so zu treffen, dass sie auf Dein Ziel einzahlen, wird den Unterschied ausmachen, mit dem Du Dich dieses Jahr entwickelst.

 

 

 

 

©Ayeshe Nawal Hercules I Personal Training & Ernährungsberatung Darmstadt


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