• Ayeshe Hercules

Effektiv Körperfett abbauen in 8 Schritten

Aktualisiert: Jan 31

Jeder Mensch kann in jeder Situation Körperfett abbauen, wenn er möchte. Dafür bringt man günstige oder weniger günstige körperlichen Voraussetzungen mit. Doch wenn die wirklich wichtigen Dinge beachtet werden, ist das Projekt Körperfettabbau ohne Frust und Jojo-Effekt möglich. Eine Anleitung in acht Schritten.



#1 Mach' Dir Ziel, Motiv und Dringlichkeit bewusst


Bevor Du irgendetwas anderes beginnst, empfehle ich, Dich mit diesen drei Fragen zu beschäftigen:

1. Was genau willst Du erreichen?

Präzision ist an dieser Stelle enorm hilfreich. Je klarer Du Dir über Dein Vorhaben bist, desto besser. Ein detailliertes Bild Deines Zukunfts-Ichs wird Aufschluss über einen realistischen Zeitraum, erforderliche Anstrengungen und die Maßnahmen geben.

Übernimm Verantwortung. Es gibt einen Grund, warum Du aussiehst, wie Du aussiehst und Dich gerade mit dem Thema Körperfettabbau beschäftigst. Und das sind weder Deine Gene, Deine schwierige Kindheit, der zeitraubende Job, das Wetter, die Jahreszeit, Dein/e Partner/In oder der Hund. Es ist die Summe DEINER Entscheidungen. Finde keine Ausreden, sondern Lösungen. Ganz ohne Anstrengung geht es nicht. Fettabbau ist zwar einfach. Aber nicht immer leicht.

2. Warum willst Du es?

Diese Antwort entscheidet darüber, ob Du es durch schwierige Zeiten schaffst. Denn die werden kommen, garantiert. Es wird Phasen geben, in denen die Motivation sinkt, lange bevor das Ziel erreicht ist. Diese Motivations-Tiefs können in Dir selbst entstehen von Menschen im persönlichen Umfeld kommen, die Dir erzählen wollen, dass Dein Vorhaben zwecklos, absurd, egoistisch oder sogar ungesund sei. Ob sie dabei böse, gute oder gar keine Absichten haben, sei einmal dahingestellt. Fakt ist: je intensiver wir uns vorher mit unseren Beweggründen und unsere Prioritäten beschäftigen, desto weniger können unerwartete Umstände oder die Bedenken und Vorurteile Anderer unsere Pläne sabotieren.

3. Wie sehr willst Du es?

Quantifiziere Dein Vorhaben. Überlege Dir auf einer Skala von 1-10, wie wichtig Dir das Projekt Körperfettabbau wirklich ist. Liegt die Zahl unter 7, dann lass es sein. Überlege Dir, welche Stolpersteine auf dem Weg liegen könnten (Geschäftsreisen, Geburtstagsfeiern, lästernde Kollegen, sorgende Familienmitglieder, Erkrankungen etc.) und beantworte Dir gnadenlos ehrlich, ob das Projekt Körperfettabbau wichtig genug sein wird, alle Stolperfallen zu überstehen. Falls ja: schreibe für jeden einzelnen Punkt auf, wie Du damit umgehen wirst: „Wenn Situation X eintritt, dann tue ich Y“. Bewahre diese „Wenn-Dann“-Listen sorgfältig auf und schaue Dir im Ernstfall an, was Du Dir vorgenommen hast.

#2 Stelle Deine Ernährung auf natürliche Lebensmittel um


Klar kann man auch mit Snickers, Pizza, Nudeln, Diätshake und Vitaminpillen oder sogar Detoxtee und Globuli bis zu einem gewissen Punkt Gewicht verlieren. Aber das Ergebnis ist ein Stoffwechsel auf Sparflamme, mangelernährte Organe und auf Fettspeicherung programmierte Hormone - keine erstrebenswerte Situation.

Es steht also außer Frage, dass zunächst die Ernährung auf unverarbeitete, natürliche Lebensmittel umgestellt werden muss, bevor es annähernd Sinn macht, seine Energieaufnahme und den Energieverbrauch zu bilanzieren. Unverarbeitete Lebensmittel erkennt Du daran, dass sie keine Zutatenliste auf der Verpackungsrückseite haben.

What you see is what you get.

Brokkoli = Brokkoli. Rindersteak = Rindersteak. Kidneybohne = Kidneybohne. Macadamia-Nuss = Macadamia-Nuss. Banane = Banane.

Auch akzeptabel sind Produkte, die bis zu fünf Zutaten enthalten (diese Zutaten sind vorzugsweise ebenfalls natürliche Lebensmittel, zB. Gewürze, Eier oder Bakterienkulturen in Milchprodukten und Tofu) oder die nur einen Verarbeitungsschritt durchgemacht haben (zB. Konservierung, Fermentierung, Einlage in Speiseöle etc.).


#3 Wähle richtiges Krafttraining


Kaloriendefizit ohne richtiges Krafttraining bedeutet Muskelabbau - mit allen negativen Konsequenzen für die Gesundheit. Sofern Krafttraining nicht bereits fester Bestandteil des Lebens ist, ist spätestens der Start einer Körperfettreduktion der richtige Zeitpunkt dafür. Da der Fokus beim Training in der Diät auf Muskelerhalt und nicht auf Fettverbrennung liegt, ist Krafttraining hier wichtiger als Ausdauertraining.

Jeder (!) kann und sollte Krafttraining machen. Nicht nur langjährige Hobbysportler. Auch Couch Potatoes, Minderjährige, Rollstuhlfahrer, frisch gebackene Mamis und Senioren (Übungen und Gewichte werden natürlich den jeweiligen Bedürfnissen und der individuellen, körperlichen Voraussetzungen angepasst). Ohne Krafttraining keine Diät.

Analysiere, welche zeitlichen und logistischen Kapazitäten Du hast, um zwei bis drei Trainingseinheiten pro Woche durchzuführen. Plane feste Tage und Uhrzeiten ein, die Du konsequent für Dein Training reservierst.

Die Art des Krafttrainings hängt von den Möglichkeiten und dem Fitnesslevel ab. Ob mit Widerstandsbändern im Wohnzimmer oder mit freien Hanteln im Gym: man sollte sich vorher überlegen, wo man am besten einsteigt, welche Option den meisten Spaß bringt und wo man auf längere Sicht gesehen beständige Fortschritte machen kann.

„Richtiges“ Krafttraining ist relativ zum Trainingsstand zu sehen. Entscheidend ist nicht, mit welcher Methode trainiert, sondern dass ein eindeutig überschwelliger Trainingsreiz für den Muskel gesetzt wird. Aktivitäten wie Pilates, Klettern und Schwimmen setzen keinen solchen Reiz, selbst wenn man davon Muskelkater bekommt. Sie haben andere positive Auswirkungen und können gerne nebenher ausgeübt werden, zählen aber nicht zum Krafttraining.

Richtiges Krafttraining erkennt man an zwei Elementen:

- es kann gezielte, überschwellige Reize für jeden Muskel im Körper setzen

- es ist ein Trainingssystem, das Fortschritte ermöglicht (Progression)

Für Sport-Einsteiger können Übungen mit dem eigenen Körpergewicht ausreichen. Fortgeschrittene Athleten dürfen sich mit schweren Gewichten beschäftigen. Ganzkörperübungen, die möglichst viele Muskeln in einer einzigen Übung beanspruchen, sollten in jedem Fall auf der Liste ganz oben stehen.

#4 Bilanziere Deinen Energieumsatz


Kein Körperfettabbau ohne Kaloriendefizit. Auch, wenn man bereits auf unverarbeitete Lebensmittel umgestellt hat und ausreichend Protein zu sich nimmt.

Natürlich kommt es darauf an, WAS Du isst. Aber es kommt genauso sehr darauf an, WIEVIEL Du davon isst.

Mandelmus, Lammkotelette, Lachs, Datteln, Bananen und Cashewnüsse sind gesund und unterstützen eine schlanke, keine Frage. Doch hau' Dir mal 4 Wochen jeweils die doppelte Portion rein und schau, wohin es Dich bringt.

Seine Essensmengen im Griff zu haben erfordert nicht, sein Leben lang Kalorien zu zählen und das Essen abzuwiegen. Doch man sollte wissen, wie die Ausgangslage aussieht.

Und den können wir durch das Bilanzieren von Einnahme und Verbrauch bekommen. Kalorien können nicht exakt berechnet werden - und das ist auch nicht nötig. Doch man darf durchaus herausfinden, wie die Portionen aussehen, mit denen man sich in einem Kaloriendefizit befindet. Und wie die Portionen aussehen sollten, um das neue Gewicht halten zu können.

Ob es gefällt oder nicht: die Kalorienmenge bestimmt genauso darüber wie die Nahrungsmittelauswahl und -qualität, ob wir Gewicht verlieren oder nicht. Immer. Jeder kann Gewicht abnehmen, wenn die aufgenommene Energie unter dem tatsächlichen Verbrauch liegt.

Es gibt einige Situationen und Faktoren, die es einem sehr schwer machen können, ein Kaloriendefizit herzustellen. Das sind Umstände wie ein fortgeschrittenes Alter, ein problematischer Stoffwechsel, eine Schilddrüsenunterfunktion, bestimmte Medikamente oder sehr geringe Muskelmasse. Doch für absolut jede Situation gibt es Mittel und Wege, ein Kaloriendefizit herzustellen, das die Gesundheit nicht gefährdet.

Für das Bilanzieren von Verbrauch und Aufnahme eignen sich die bekannten, im Internet auffindbare Formeln (Harris- und Benedict, Mifflin-St. Jeor-Formel etc.). Sie beschreiben auch eine Möglichkeit, sein individuelles Defizit festzulegen.


#5 Berüksichtige Deinen Stoffwechsel

Geschlecht, Gewicht, Körperfettanteil, Hormone, Trainingsalter, Stresstoleranz und Aktivitätslevel bestimmen, ob ein moderates oder hohes Kaloriendefizit besser ist. Teilweise ist es nicht möglich, das Kaloriendefizit lediglich durch die Nahrungsaufnahme zu steuern.

Besonders kleine, leichte Menschen mit geringem Grundumsatz oder Personen, die bereits über einen längeren Zeitraum niedrigkalorisch essen, können zusätzlich ihren Energieverbrauch erhöhen.

Als Faustregel für Frauen gilt: niemals unter dem Grundumsatz essen!

Die einzusparenden Kalorien kann man auf alle Tage gleich verteilen oder zyklisch vorgehen, also an manchen Tagen ein größeres Kaloriendefizit ansetzen und an anderen Tagen ein kleines oder sogar gar keines. Man sollte eine zeitlang (ca. vier Wochen) ausprobieren, welche Strategie besser in den eigenen Alltag passt und die besten Erfolge bringt.


#6 Wähle die richtige Makronährstoffverteilung


Jeder Makronährstoff (Protein, Kohlehydrate, Fette) hat eine andere Funktion in unserem Körper. Eine Kalorienbeschränkung stellt dem Körper weniger Nährstoffe zur Verfügung. Zur Aufrechterhaltung aller Körperfunktionen dürfen auf keinen Fall alle Makronährstoffe im gleichen Maß reduziert werden! Gerade in der Diät kommt es auf Menge, Verteilung und Qualität an, um den Körper mit dem Wichtigsten zu versorgen.

Erhöhe Deine Proteinzufuhr, um die Muskulatur vor dem Abbau zu schützen und das Immunsystem intakt zu halten. Eine Menge von 1,5g bis 2g pro Kilo Körpergewicht ist für Männer und Frauen in einer Diät meistens ausreichend.

Faustregel: je niedriger der Körperfettanteil, desto höher die benötigte Proteinmenge. Ob man den eigenen Bedarf mit tierischen oder pflanzlichen Proteinquellen deckt, ist zweitrangig.

Integriere die richtigen Fette, um die Hormonproduktion sowie Gehirn- und Nervenfunktion nicht zu gefährden. Faustregel: mindestens 1g pro Kilo Körpergewicht. Es gelten die üblichen Regeln für Qualität und Verhältnis der Fettsäuren zueinander.

Die übrigen Kalorien können, eine entsprechende Kohlehydrattoleranz vorausgesetzt, mit gesunden Kohlehydraten gefüllt werden. Während einer Diät spielt die Sättigung selbstverständlich eine wichtige Rolle. Aus diesem Grund und zahlreichen, weiteren gesundheitlichen Vorteilen gehört Gemüse selbstverständlich immer und in großen Mengen auf den täglichen Speiseplan.

Menschen mit guter Kohlehydrattoleranz / hoher Insulinsensitivität nehmen mit einer Ernährungsweise, die viele Kohlehydrate beinhaltet, besser ab. Menschen mit geringer Kohlehydrattoleranz / niedriger Insulinsensitivität nehmen mit einer kohlehydratarmen Ernährung besser ab.

#7 Achte auf Deine Alltagsbewegung


Im Kaloriendefizit versucht der Körper, Energie zu sparen. Man wird unweigerlich müde und träge und verhält sich weniger aktiv als vorher. Damit eine sehr kostbare Stellschraube des Gesamtenergieverbrauchs, die Non-Exercise-Activity-Thermgenesis (NEAT), nicht unnötig sinkt und die vorher errechnete Kalorienbilanz verfälscht, sollte man gerade während einer Diät auf seine Alltagsaktivität achten und Bewegung wie Spaziergänge gezielt einplanen.

Ausdauer- bzw. Cardiotraining ist sehr gesund, aber in der Diät kein Muss. Es ist gerade für Personen, die wenig Spielraum in ihrer Energiebilanz haben, vielmehr als Instrument zu sehen, mit dem man das Kaloriendefizit vergrößern kann, ohne die Essensmenge weiter reduzieren zu müssen.


#8 Messe und passe an


Die Waage ist lediglich eine von mehreren Messmethoden. Was die Waage Dir sagt: wie schwer Du bist. Was die Waage Dir nicht sagt: ob Du Fett abgebaut, Wasser eingelagert oder einen erfolgreichen Stuhlgang hinter Dich gebracht hast. Schwankungen auf der Waage sind völlig normal und dürfen nicht fehlinterpretiert werden. Es ist deshalb sinnvoll, zusätzliche Messmethoden anzuwenden wie regelmäßige Bilder und Körperumfänge.

Das Kaloriendefizit muss während des Prozesses beständig angepasst werden. Wer leichter wird, verbraucht wenige Gesamtenergie als vorher. Mit den kalorischen Werten der Ausgangssituation ist man früher oder später nicht mehr in einem Kaloriendefizit, weil sich der Verbrauch logischerweise geändert hat.

MERKSATZ: Ohne Kaloriendefizit kein Gewichtsverlust. Anders ausgedrückt: wer kein Gewicht verliert, ist nicht (mehr) in einem Kaloriendefizit.

Es ist üblich, dass man während einer Gewichtsreduktion im Training mit der Zeit Krafteinbußen verzeichnet. Trotzdem bedeutet eine Diät zu machen nicht, automatisch mit weniger Gewicht trainieren zu müssen. Der Trainingsreiz sollte so lange wie möglich gesteigert werden. Vorsicht: Trainingssteigerung wird nicht ausschließlich über die Gewichte erreicht. Auch verbesserte Bewegungsmuster, kürzere Satzpausen, die Trainingshäufigkeit pro Woche und die Wiederholungszahl einer Übung sind Möglichkeiten, ein Training zu steigern.

Man sollte sich ein Mindestgewicht setzen, das beim Training in einem bestimmten Wiederholungsbereich nicht unterschritten wird, auch wenn längere Satzpausen benötigt werden.

Natürlich kann es während einer Diät vorkommen, dass man einen schlechten Tag hat und sich schlapp und energielos fühlt. In solch einer Situation macht es mehr Sinn, die Intensität / das Gewicht ein wenig zu reduzieren, als das Verletzungsrisiko unnötig zu erhöhen. Ausfallen lassen sollte man das Training auf keinen Fall. Zwei Einheiten pro Woche, in denen der ganze Körper trainiert wird, sind Pflicht. Drei sind optional. Für noch mehr Einheiten fehlt wahrscheinlich die Energie und sie sind auch nicht notwendig.

Fazit


Für nachhaltigen Fettabbau sind einige Dinge zu beachten. Jeder darf abhängig von seiner Lebenssituation eine passende Variante für sich finden. Da jeder Mensch andere Voraussetzungen, Verpflichtungen und Herausforderungen mitbringt, gibt es keine One Size Fits All-Lösung, sondern grundlegende Prinzipien, die funktionieren, aber an die individuelle Stoffwechsel- und Lebenssituation angepasst werden müssen.

Planung ist alles. Wer sich keinen Plan für sein Vorgehen macht, kann nicht sehen, ob er noch auf dem richtigen Weg ist und weiß außerdem nicht, welche Stellschrauben nachzuziehen sind, wenn der Erfolg ausbleibt. Man sollte in der Lage sein, bei jedem Plateau und jedem Rückschritt eine Antwort darauf zu finden.

Wer erfolgreich Fett abbauen will, macht sich eine sehr detaillierte Vorstellung von den erläuterten Punkten: Ziel, Motiv und Dringlichkeit. Möglichkeiten und Schwierigkeiten. Trainingszeit und -ort, Ernährungsweise, Makronährstoffverteilung, Etappenziele, Messmethoden und Umgang mit Stillstand.


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