• Ayeshe Hercules

Motivation bringt Dich nicht ans Ziel

Aktualisiert: Jan 31


Motivation gilt als Voraussetzung für jegliche Form von Veränderung. Mit ausreichender Motivation kann man angeblich Berge versetzen. Allerdings wird das Prinzip Motivation für Erfolg völlig überschätzt und meistens falsch verstanden.


Aus irgendeinem Grund wird vorausgesetzt, dass für ambitionierte Ziele erstmal eine Schubkarre voll Motivation angekarrt werden muss. Diese darf auch im Laufe des Projekts auf keinen Fall verloren gehen, weil ohne Motivation nichts mehr erreicht werden kann.


Wir alle kennen Aussagen wie:

„Dafür fehlt mir die Motivation"

„Ich bin einfach nicht motiviert genug“

„Ich habe meine Motivation verloren“


Glücklich diejenigen, die mit genügend Motivation geboren wurden, um zu erreichen, was sie sich vorgenommen haben. Lucky bastards! Könnte man doch einer von denen sein ....


Dabei ist Motivation weder eine angeborene Eigenschaft, noch ist sie eine Art Schicksal, das einen in einem glückseligen Moment zufällig ereilt. Wer darauf wartet, dass das Universum mit einem schönen, großen Haufen Motivation vorbei kommt, damit man endlich in die Gänge kommt, der kann lange warten.

Eine unschöne Wahrheit über Motivation lautet: sie ist kommt und geht, wie sie will und wann es ihr passt. Das hat jeder bereits erlebt.

Es macht also weder Sinn, auf Motivation zu warten, noch sein eigenes Durchhaltevermögen danach zu beurteilen. Diese Einstellung führt nur zu Frust. Denn die eigentliche Bedeutung von Motivation ist eine andere.


Motivation bedeutet nicht „der Moment, in den alles Unangenehme plötzlich unfassbar großen Spaß macht“, sondern schlicht und einfach „Triebkraft“[1].

In "Motivation" steckt der Begriff "Motiv". Motiv ist per Definition der Grund, durch den sich jemand bewogen fühlt, etwas Bestimmtes zu tun. Motivation ist also nichts anderes als unser "Warum".


Das gilt für Angenehmes als auch Unangenehmes.


Geld zu sparen beispielsweise ist kein Selbstzweck, weil Sparen einfach so viel Freude macht. Wer sich monatlich etwas von seinem Einkommen zurück legt, möchte sich davon etwas leisten, etwas Materielles, eine Fernreise oder einen angenehmen Ruhestand. Das Motiv Fernreise, eine teure Uhr oder eine sorgenloser Zeit nach der Rente sind die Motive. Und sie sind als Motive attraktiv genug, sodass das Sparen mit den entsprechenden Entbehrungen die Mühe wert ist.


Genauso verhält es sich mit Sport, Training und allem anderen, was zunächst anstrengend erscheint, aber mit einem starken Motiv die Mühe wert.

Wenn Du etwas erreichen willst, brauchst Du nicht mehr Motivation. Sondern einen guten Grund.

Der Unterschied zwischen Personen, die "motiviert" sind, eine Sache zu tun und denjenigen, die es nicht sind, ist schlichtweg die Strahlkraft ihres Motivs.


Dabei spielt es durchaus eine Rolle, ob das Motiv oberflächlich ist oder grundlegende persönliche Werte widerspiegelt. Für seine inneren Überzeugungen und hohe Prioritäten ist man eher bereit, gewisse Anstrengungen zu unternehmen.


Womit wir beim zweiten Punkt wären: wenn das Ziel klar ist und das Motiv stimmt, ist meistens auch die Bereitschaft vorhanden, einen Plan zum Ziel zu entwickeln.

„Ich bin nicht motiviert genug“ ist genau genommen einfach die verschleierte Version von „es ist mir nicht wichtig genug bzw. die Mühe wert".


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